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Ulf Merbold - dreimal im All
Der erste westdeutsche Vertreter im All war der ebenfalls wie Jähn aus dem Vogtland stammende Ulf Merbold, der insgesamt an drei Flügen teil nahm. Der erste von ihnen fand am 28.11.1983 an Bord der STS 9/Columbia statt und dauerte elf Tage. Der Wissenschaftler und Astronaut Merbold nahm als Vertreter der ESA und erstes nicht-amerikanisches Mitglied an dem Flug teil, um das Raumlabor Spacelab zu erproben. Die Beteiligung kam nicht zuletzt dadurch zu Stande, dass Deutschland maßgeblich zur Finanzierung und Förderung der Anlage beitrug. Obwohl das Projekt im Vorfeld durch Verzögerungen des Shuttle-Programms gekennzeichnet war, verlief es erfolgreich und zeichnete sich durch 72 ausgiebige Experimente an Bord des Raumlabors aus.
Die westdeutsche Presse stilisierte Merbold nach seiner Rückkehr zum ersten "selbständigen" Deutschen im All hoch und versuchte Jähn die Rolle eines Trittbrettfahrers bei der sowjetischen Mission zuzuschieben, doch sind diese Unstimmigkeiten mittlerweile ausgeräumt. Ein Zeichen für die veränderten Bedingungen ist nicht zuletzt der dritte Flug Merbolds: während er am 22.01.1992 noch einmal für acht Tage als Nutzlastexperte und Verantwortlicher für 52 Experimente mit der STS 42/ Discovery in den Weltraum startete, beteiligte er sich am 04.10.1994 an einem Flug mit der Sojua TM 20. Das EUROMIR'94 Projekt brachte ihn als ersten Vertreter der ESA für 32 Tage auf die Raumstation Mir, wo er als "Wissenschaftskosmonaut" abermals die Experimente überwachte. Diese Langzeitmission an Bord der ersten Raumstation ermöglichte es, wichtige Informationen über das Leben und Arbeiten im All zu sammeln, die für die später gebaute ISS von großem Nutzen waren.
1995 wurde Merbold zum Leiter der Astronautenabteilung im EAC (European Astronaut Center) ernannt und arbeitete zuvor in verschiedenen Positionen als Nutzlastexperte.
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