Deutsche Raumfahrer

Weitere deutsche Raumfahrer

Jähn und Merbold werden aufgrund ihrer jeweiligen Pionierleistung immer eine besondere Stellung in der deutschen Raumfahrtgeschichte habe, doch sie sind nicht die einzigen, die die Erde verlassen konnten. Ihnen folgten acht weitere Astronauten in verschiedenen Missionen.

Am 30.10.1985 startete Reinhold Furrer mit der STS-61A/Challenger ins den Weltraum und kehrte sieben Tage später auf die Erde zurück. Der Physiker war Mitglied beim ersten deutschen Spacelab-Flug "D1" und untersuchte schwerkraftabhängige Prozesse in den Bereichen Physik, Biologie und Medizin. Seine Aufgaben waren zudem die Konzeption und Entwicklung von Raumflugexperimenten.

An der gleichen Mission nahm als Wissenschafts-Astronaut Ernst Messerschmid teil. Sein Aufgabenbereich waren die Vorbereitung von Spacelab-Experimenten, die sich mit Material-Forschung, der Physik von Flüssigkeiten, Chemie, Biologie und Medizin, aber auch Navigation und Verfahrenstechnik befaßten.

Die Kooperation mit Ost und West setzte sich weiter fort - auf die Shuttleflüge folgten erneut Expeditionen mit den Sojus-Kapseln. Am 17.03.1992 startete Klaus Dietrich Flade an Bord der Sojus TM 14 zur Mir und verbrachte dort acht Tage.

Der Physiker Hans Wilhelm Schlegel begann im März 1988 seine Ausbildung zum Wissenschaftsastronauten bei der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR) und nahm vom 26. April bis 6. Mai 1993 an der D-2 Mission als Nutzlastspezialist teil. Ebenfalls Mitglied der Crew der D-2 Mission war der Wissenschafts-Astronaut Ulrich Walter. Ziel der Mission war es unter anderem, Erfahrungen mit dem modularen System des Spacelab zu sammeln, die für die spätere Raumstation ISS nützlich waren.

Auch wenn dieser Flug ins All mit der STS 55/Columbia Schlegels einziger blieb, so war er doch auch an der Mission MIR'97 beteiligt, wenngleich "nur" als Koordinator im Kontrollzentrum der DLR für die Bord-Boden-Kommunikation. Allerdings war der Astronaut Reinhold Ewald in der Sojus TM 25, die die Raumstation für diese 20tägige Mission ansteuerte.

Den längsten Aufenthalt eines Deutschen im Weltraum kann der Astronaut Thomas Reiter für sich verbuchen - vom 01.09.1995 an blieb er als Mitglied der EUROMIR'95 ganz 179 Tage an Bord der Raumstation Mir. Auch hier wurden wertvolle Daten für die spätere ISS gesammelt.

Den vorerst letzten Einsatz im All hatte Gerhard Thiele, der am 11.02.2000 als deutscher Vertreter der ESA mit der STS 99/Endeavor für 11 Tage die Erde verließ.